
In Europa existieren etwa 200 verschiedene Ameisenarten, wovon auch die in Deutschland beheimateten ca. 100 Ameisenarten ausschließlich in organisierten, großen Ameisenstaaten leben. Ameisen stellen in der freien Natur grundsätzlich ein sehr wichtiges Element des Ökosystems dar. Dringen Ameisen jedoch in Gebäude und Wohnungen des Menschen ein, werden sie lästig und zum Teil auch gefährlich. Hoch infektiöse Eiweißfresser und Hygieneschädlinge wie die Gattung Pharaoameisen aber auch oder Spezies wie Rasenameisen, schwarzgraue Wegameisen oder Holzameisen haben nichts in menschlichen Gebäuden zu suchen. Wir stellen die wichtigsten schädlichen Ameisenarten in Deutschland vor und zeigen auf, warum z.B. fliegende Ameisen keine Bedrohung darstellen.
Es existieren vor allem drei Ameisenarten, die gesundheitliche und/ oder wirtschaftliche Schäden hervorrufen können. Neben Pharaoameisen sind dies Gartenameisen, schwarzgraue Wegameisen sowie diverse Holzameisen.

Pharaoameisen gehören zu den gefährlichsten Ameisenarten überhaupt. Ursprünglich in Indien beheimatet, sind sie mittlerweile weltweit verbreitet. Pharaoameisen gehören zu den Knotenameisen: Pharaoameisen besitzen Knoten zwischen Brustabschnitt und Hinterleib. Die Gattung ist verhältnismäßig klein: Arbeiterinnen sind nur 2-2,3 mm groß, bernsteingelb mit etwas dunklerer Hinterleibspitze, Männchen sind 2,8-3 mm lang, schwarzbraun mit blassgelben Fühlern und Beinen, immer geflügelt, Königin 3,5 - 4,8 mm lang, bräunlich gelb mit etwas dunklerem Kopf und dunkler Hinterleibspitze, vor Befruchtung auch beflügelt.
Pharaoameisen lieben vor allem proteinhaltige Nahrung, bevorzugen ein feuchtwarmes Klima und sind kälteempfindlich. Pharaoameisen leben als soziale Insekten in einem Kastensystem, wie z.B. bei Wespen und Bienen. Gleich mehrere Königinnen sorgen für den Fortbestand. Die Vermehrung der Pharaoameisen geschieht grundsätzlich ganzjährig, jedoch nur in wärmeren Bereichen ab 26 Grad.
Nester von Pharaoameisen befinden sich zumeist tief in Mauerspalten und Heizungsschächten verborgen. Nur Arbeiterinnen verlassen zur Nahrungssuche das Nest, Ameisenstraßen werden durch Sekretstoffe markiert. Besonderheit: Ausbreitung und Gründung von Tochterkolonien innerhalb von Gebäuden durch Abwanderung von befruchteter Königin und Arbeiterinnen möglich.
Gefahren: Verunreinigung von Nahrungsmitteln, lästig in Wohnungen, gesundheitsgefährdend vor allem in Krankenhäusern, Sanatorien, Hallenbädern und Großküchen. Pharaoameisen übertragen Krankheiten (Hospitalismus), sie dringen unter Krankenverbände, nehmen menschliche Ausscheidungen auf und verbreiten gefährliche Krankheitserreger.

Rasenameisen gehören zu den häufigen Ameisenarten. Als sog. Knotenameisen besteht ihr Hinterteil aus 2 knotigen Gliedern. Die Arbeiterinnen erreichen eine Größe von 2 - 3,5 mm. Rasenameisen sind braun bis dunkelbraun (zum Teil leicht rötlich erscheinend), die Männchen mit 5,5 – 7 mm deutlich größer und dunkler. Königinnen erreichen eine Größe von 6-8 mm und besitzen ebenfalls eine dunklere Farbe. Rasenameisen legen bevorzugt Erdnester an sonnigen, sandigen Stellen in Gärten und an Wegrändern an. Am Nestausgang befindet sich häufig ein kleiner, kegelförmiger Erdaufwurf. Die Schwarmzeit findet statt von Juni bis Juli.
Gefahren: Rasenameisen sind Allesfresser und verunreinigen bzw. kontaminieren Lebensmittel in Küchen und Vorratsräumen. Zuweilen werden auch Nester in Häusern und Gewächshäusern angelegt. Rasenameisen können an verbauten Hölzern sekundär schädlich werden.

Schwarzgraue Wegameisen gehören zu den häufigen Ameisenarten. Als sog. Schuppenameisen erreichen Arbeiterinnen eine Größe von 3-5 mm, Männchen ca. 4 mm und Königinnen 8-9 mm. Die Färbung der Gattung ist oft dunkelbraun bis schwarz, Beine und Fühler sind bisweilen rötlich gefärbt. Als häufigste Lasius-Art bauen Wegameisen am liebsten Erdnester unter Steinen, Terrassen und Baumstümpfen – bevorzugt zur Sonnenseite. Schwarzgraue Wegameisen bilden sehr auffällige Ameisenstraßen aus und die ebenfalls auffällige Schwarmzeit findet statt von Ende Mai bis August.
Gefahren: Schwarzgraue Wegameisen legen im Lebensbereich des Menschen Nester unter Gehwegplatten und Straßenpflaster an – lose Platten und aufgebrochenes Pflaster stellen eine latente Unfallgefahr dar. Wegameisen bevorzugen zuckerhaltige Nahrung und dringen auf der Suche oft zahlreich in Wohnräume ein. In Küchen verunreinigen Sie Nahrungsmittel, sterile Umgebungen werden kontaminiert.

Holzameisen sind von Weg- oder Gartenameisen nicht zu unterscheiden. Holzameisen besitzen in der Regel unterschiedliche Schwarztöne oder besitzen eine rötliche Färbung. Die Größe der Arbeiterinnen, Weibchen und Männchen schwankt zwischen 2 bis 5 mm, Königinnen erreichen Größen von bis zu 1 cm. Die Arbeiterinnen sind flugunfähig. Holzameisen befinden sich zwischen Mai und August auf ihren Hochzeitsflug.
Holzameisen legen ihre Nester zumeist im Erdreich oder auch in hohlen Bäumstämmen an, in Gebäuden gerne im Bereich von Treppen, Holzfußböden, Fensterholz oder seltener in Erdnestern. Nester von Holzameisen bestehen zumeist aus einer schwarz-braunen kartonagenähnlichen Masse, die von Pilzfäden durchzogen ist. Die Masse ist zumeist schwammig-brüchig. Häufig wird die Gründung von Tochterkolonien beobachtet.
Holzschädigende Ameisenarten sind vor allem glänzend schwarze Holzameisen (Lasius fuliginosus), Rossameisen (Camponotus ligniperda), zweifarbige Wegameisen (Lasius emarginatus) sowie braune Wegameisen (Lasius brunneus).
Gefahren: Holzameisen können verbautes Holz schädigen und den Verfall von vorgeschädigtem Holz beschleunigen. Holzameisen werden auf Ihrer Suche nach Nahrung lästig, wenn sie im ganzen Haus und vor allem in Küchen- und Vorratsräumen auftreten.

Eines vorweg: Fliegende Ameisen sind keine eigene Gattung. Sämtliche einheimischen Ameisen begeben sich zu bestimmten Zeiten auf den Paarungs- oder Hochzeitsflug. Dabei machen sich geflügelte Königinnen und geschlechtsreife Männchen auf, um sich im Flug zu paaren. Die Befruchtung der Königin geschieht dabei in luftiger Höhe von 10 bis 20 Metern.
Fliegende Ameisen treten meist plötzlich und überfallartig auf, wenn sich abertausende Ameisen gleichzeitig aus dem Nest aufmachen. Der nur einige Stunden währende Hochzeitsflug nimmt ein abruptes Ende, wenn die Männchen kurze Zeit später sterben und den Weibchen die Flügel abbrechen und sie zu gewöhnlichen Ameisen werden.
Fliegende Ameisen treten vor allem deshalb in Wohnungen auf, weil sog. Kundschafter-Ameisen im Vorfeld des Hochzeitsflugs den Startplatz durch Spur-Pheromone „falsch“ markiert haben. Die geschlechtsreifen fliegenden Ameisen haben in der Folge keine andere Möglichkeit, als den Markierungen zu folgen und landen somit auch in Wohnungen und Häusern. Bei einem Problem mit fliegenden Ameisen in den eigenen 4 Wänden gilt: Alle verfügbaren Fenster öffnen und das Problem „fliegende Ameisen“ löst sich meist von ganz alleine.
Rentokil hilft Ihnen, egal um welche schädlichen Ameisenarten es sich auch handeln mag: Pharaoameisen, Rasenameisen, schwarzgraue Wegameisen oder Holzameisen. Die meisten schädlichen Ameisen treten auch als fliegende Ameisen auf. Die Rentokil Schädlingsexperten sind bundesweit für Sie da. Rufen Sie an zum Nulltarif: Tel. 0800 1718002 (0 ct./ min.).
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