Rentokil Schädlingslexikon: Schabenarten erkennen

Weltweit existieren mehr als 4.500 verschiedene Schabenarten, wovon jedoch lediglich 20 in Europa beheimatet sind. Alle Schabenarten stammen ursprünglich aus den Tropen und bevorzugen daher von jeher vor allem ein feuchtwarmes Mikroklima. In Deutschland gibt es neben Waldschaben, die als harmlose Bodenbewohner eine untergeordnete Rolle spielen, vor allem vier Schabenarten, die als Gesundheitsschädlinge eine unmittelbare Bedrohung für die Hygiene in deutschen Betrieben darstellen.

Schaben (Kakerlaken) sind ernstzunehmende Schädlinge. Sie sind als Träger von Krankheitserregern für eine Reihe von gefährlichen Erkrankungen verantwortlich.

Zu den gefährlichen Schabenarten zählen vor allem die Deutsche Schabe (Blatella germanica), die im Volksmund häufig auch als Küchenschabe bezeichnet wird, die Orientalische Schabe (Blatta orientalis), umgangssprachlich Schwabe, Russe, Preuße oder Kakerlake genannt, sowie die Gattungen der Amerikanischen Schabe (Periplaneta americana) und der Braunbandschabe (Supella longipalpa), die gemeinhin auch als Möbelschabe bekannt ist.

Alle hygieneschädlichen Schabenarten bevorzugen vergleichsweise hohe Temperaturen von durchschnittlich etwa 25-30 Grad Celsius. Die moderne Bautechnik heutiger Bürogebäude, Produktionsanlagen und Gewerbeflächen begünstigt einen Befall mit Schaben, da ideale Lebensbedingungen geschaffen werden: Ganzjährig hohe Durchschnitttemperaturen durch Öl- und Gasheizungen, Wärmedämmung sowie eine Vielzahl von Verstecken in Dämmungsplatten, Vertäfelungen, Verkleidungen und Hohlkörpern von Trockenbauwänden.

Amerikanische Schaben

(Periplaneta americana)

Amerikanische Schaben

Aussehen

  • Amerikanische Schaben sind 28 bis 44 mm groß.
  • Sie haben eine leuchtend rotbraune Farbe.
  • Die Flügel der Männchen sind länger als der Körper. Bei den Weibchen überdecken sie gerade den Hinterleib.
  • Amerikanische Schaben können schnell rennen (bei sehr hohen Temperaturen sogar fliegen).

Fortpflanzung

  • Amerikanische Schaben produzieren ca. 15 Eipakete (Ootheken) mit je 6 bis 28 Eiern. Diese werden vom Weibchen einige Tage herumgetragen und anschließend häufig in Gruppen festgeklebt.
  • Die Schlüpfreife der Schaben ist nach 1 bis 2 Monaten erreicht.
  • Die Entwicklung der Nymphen dauert 5 Monate, manchmal auch bis zu 15 Monate.

Lebensweise

  • Amerikanische Schaben halten sich vor allem in Gebäuden, Abwasserkanälen, Kellern, Rohrschächten und Steigleitungen auf.
  • Sie sind nachtaktiv.
  • Amerikanische Schaben sind Allesfresser.

Braunbandschaben

(Supella longipalpa)

Clemson University USDA Cooperative Extension Slide Series, Bugwood.org

Aussehen

  • Braunbandschaben sind 10 bis 14 mm groß.
  • Sie haben eine gelbbraune Farbe. Ihr Halsschild ist von einem hellen durchscheinendem Rand umgeben.
  • Beide Geschlechter haben Flügel. Die Flügel der Männchen sind länger.
  • Braunbandschaben können schnell rennen (bei sehr hohen Temperaturen auch fliegen).

Fortpflanzung

  • Die Weibchen legen ihre Eipakete (Ootheken) mit ca. 16 Eiern bereits einen Tag nach Produktion ab.
  • Alle Ootheken werden an geschützten Stellen verklebt und weit verteilt.
  • Die Eier sind nach 1 bis 2 Monaten schlüpfreif.
  • Die Nymphen entwickeln sich in 2 bis 4 Monaten zu ausgewachsenen Schaben.

Lebensweise

  • Braunbandschaben leben weit verstreut in beheizten Gebäuden.
  • Sie sind nachtaktiv.
  • Braunbandschaben sind Allesfresser.

Deutsche Schaben

(Blatella germanica)

Deutsche Schaben

Aussehen

  • Deutsche Schaben werden zwischen 12 und 15 mm groß.
  • Sie sind braun und besitzen zwei dunkle Streifen auf dem Brustteil.
  • Die Flügel sind sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen genauso lang wie der Körper oder ein wenig länger.
  • Deutsche Schaben laufen sehr schnell und können (glatte) Wände hochklettern.

Fortpflanzung

  • Die Schaben-Weibchen tragen 35 bis 40 Eier in einer Oothek (Eikapsel), bis sie schlüpfen.
  • Die Tragedauer beträgt etwa einen Monat.
  • Die Nymphen benötigen zwischen 6 Wochen und 6 Monaten bis sie ausgewachsen sind.
  • Die Lebenserwartung von Deutschen Schaben beträgt 100 bis 200 Tage.

Lebensweise

  • Deutsche Schaben treten vorwiegend in beheizten Gebäuden, oft in Küchen oder auf Schiffen auf. Sie bevorzugen hohe Temperaturen und Feuchtigkeit.
  • Sie sind nachtaktiv.
  • Deutsche Schaben sind Allesfresser.
  • Sie gelten als Verbreiter verschiedener Infektionen, häufig Salmonellen, Milzbrand und Tuberkulose. Zudem verunreinigen und verseuchen sie Lebensmittel.

Orientalische Schaben

(Blatta orientalis)

Orientalische Schaben

Aussehen

  • Orientalische Schaben erreichen eine Größe von 25 bis 30 mm.
  • Sie sind dunkelbraun bis schwarz.
  • Bei den Weibchen sind die Flügel rudimentär, bei den Männchen bedecken sie drei Viertel des Hinterleibs.
  • Weil Orientalische Schaben groß und schwer sind, klettern sie nicht, sondern laufen auf dem Boden.

Fortpflanzung

  • Die Schaben-Weibchen legen 16 Eier in eine Oothek (Eikapsel).
  • Die Larven schlüpfen nach ca. 2 Monaten.
  • Nach 7 bis 11 Monaten sind die Larven ausgewachsen.
  • Orientalische Schaben haben ein großes Vermehrungspotential.

Lebensweise

  • Orientalische Schaben leben in Gebäuden. Im Gegensatz zu anderen Schabenarten ertragen sie kältere Temperaturen. Daher sind sie auch außerhalb anzutreffen, z.B. auf Müllhalden.
  • Sie sind nachtaktiv.
  • Orientalische Schaben sind Allesfresser.

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